Manchmal ist meine Arbeit emotional bewegend. Etwa, als ich für meinen Kunden igus, für den ich seit 2017 Pressemitteilungen, Anwenderbericht und Fachartikel schreibe, die Wittekindshofer Werkstätten besuchte – eine Diakonische Stiftung in Bad Oeynhausen, die eine Arbeitswerkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen betreibt. Hier habe ich Daniel Hillebrand kennengelernt, einen jungen Mann, der an einer Tetraspastik leidet.
Die Krankheit macht es Daniel unmöglich, seine Extremitäten kontrolliert zu bewegen. Er sitzt im Rollstuhl und ist bei den meisten alltäglichen Aufgaben auf fremde Hilfe angewiesen. Ich war schlagartig demütig und habe mich insgeheim geschämt, über welche Banalitäten ich mich teilweise im Leben ärgere. Beispielsweise über zu viel Arbeit.
Daniel steuert Roboter mit seinem Kinn
An Arbeit war für Daniel jahrelang kaum zu denken. Bis Torsten Jeschke, Erzieher in den Wittekindshofer Werkstätten, eine Idee hatte: Der gelernte Elektriker hat für Daniel einen automatisierten Arbeitsplatz gebaut. Herzstück ist der Rebel, ein Gelenkarmroboter von igus, den Daniel über einen Joystick mit dem Kinn steuern kann.

Daniel und der Rebel sind ein Team: Der Roboter sortiert Kunststoffbauteile, indem er sie von einem Förderband aufgreift und in einen Sack wirft. Bis zu sechs Stunden am Tag kann sich Daniel somit ins Berufsleben eingliedern. „Daniel ist es gewohnt, in seinem Leben fast vollständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein“, sagt Jeschke. „Dank der Anlage kann er nun trotz seiner schweren Lähmung selbstständig arbeiten – weitgehend ohne fremde Hilfe. Das ist für ihn der Himmel auf Erden.“
Passte ins Budget: Low-Cost-Roboter für 4.970 Euro
Dass eine solche Anlage möglich ist, ist auch den aktuellen Entwicklungen auf dem Robotik-Markt zu verdanken. Stichwort Low-Cost-Robotik. Während die Kosten klassischer Industrieroboter schnell im höheren fünfstelligen Bereich liegen und somit die meisten Budgets Diakonischer Stiftungen sprengen, kostet der Rebel beispielsweise nur 4.970 Euro, weil er größtenteils nicht aus Metall, sondern aus Hochleistungskunststoff gefertigt ist.

Anwender benötigen auch kein Fachwissen bei der Programmierung und keine Hilfe von Systemintegratoren. Stattdessen kann Jeschke Bewegungsbahnen über eine Software und einen digitalen Zwilling mit wenigen Klicks festlegen. „Das ist schon Wahnsinn, was sich im Bereich Low-Cost-Automation in den letzten Jahren getan hat“, bestätigt Jeschke.
Der Mensch als Profiteur der Technik – nicht als deren Opfer
Über den Rebel habe ich für igus in den letzten Jahren viel geschrieben. In den meisten Pressemitteilungen und Anwenderberichten ging es allerdings um die Industrie. Auch das ist spannend. Denn viele Mittelständler können sich erst dank der Low-Cost-Robotik einen Einstieg ins Automationszeitalter leisten und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
Doch der Fall Daniel Hillebrand hat mich emotional am meisten bewegt. Warum? Weil er mir gezeigt hat: Technischer Fortschritt sollte nicht allein der Effizienzsteigerung und Wegrationalisierung menschlicher Arbeitskraft dienen. Vielmehr sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen – als Profiteur der Innovationen, nicht als deren Opfer.
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Daniel Hillebrand hat mir gezeigt: Es ist wichtig, nicht nur nüchtern über Technologie zu schreiben, sondern sie mit dem Leben und Schicksal von Menschen zu verknüpfen. Erst dann werden Leser wirklich aufmerksam!
Diese Arbeit würde ich für Ihr Industrie- oder Technologieunternehmen gerne übernehmen. Wie? Das finden wir in einem kostenlosen Erstgespräch heraus. Ich freue mich auf ein Kennenlernen!