Fachkräftemangel – „Leistung statt Geschlecht“

Lisa Kagerbauer ist Ingenieurin beim Industrieunternehmen Lutz-Jesco aus Wertheim

Werden Frauen in der Technikbranche weniger ernst genommen? Ist ihr Karriereweg steiniger? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, habe ich mich mit Lisa Kagerbauer getroffen. Sie ist Ingenieurin beim Industrieunternehmen Lutz-Jesco aus Wertheim in Baden-Württemberg und überzeugt: Es handelt sich dabei um ein mediales und gesellschaftliches Zerrbild.

Patrick Schroeder: Frau Kagerbauer, Sie sind Ingenieurin in einer männerdominierten Branche. Welche Erfahrungen machen Sie dabei?

Frauen wird in Medien und Gesellschaft von Kindesbeinen an ein ziemliches Zerrbild vermittelt, das in den meisten Fällen nicht der Wirklichkeit entspricht. Doch die Realität sieht in der Regel viel fortschrittlicher aus. Schon während des Studiums habe ich ausschließlich positive Erfahrungen gesammelt, als ich mit zwei männlichen Kommilitonen in einer Dreier-WG-wohnten. Wir haben uns gegenseitig unterstützt, wobei das Geschlecht nie auch nur ansatzweise eine Rolle spielte. Auch an der Universität war von Vorurteilen und Ungleichbehandlung keine Spur. Ich habe bei zwei Professorinnen gelernt, die kompetent und auf ihren Gebieten als geschätzte Expertinnen anerkannt waren.

Patrick Schroeder: Wie haben Sie dann den Einstieg ins Berufsleben erlebt?

Das Geschlecht war auch da kein Thema. Ich wurde als Frau, die frisch aus der Uni kam, von Anfang an wertgeschätzt und unterstützt. Viele ältere Kollegen waren begeistert, wie leidenschaftlich ich mich für Technik interessiere. Sie haben Wissen und Erfahrung ganz selbstverständlich geteilt. Die Vorstellung, dass sich Frauen in der Technikbranche ständig behaupten müssen, entspricht also nicht meiner Realität. Was zählt ist Leistung, nicht das Geschlecht.

Patrick Schroeder: Was raten Sie jungen Frauen, die Karriere in der Technikbranche machen möchten?

Habt keine Scheu und macht euren Weg. Die Männer sind in aller Regel auf eurer Seite. Dieses Selbstbewusstsein solltet ihr auch in den Gehaltsverhandlungen haben. Stellt realistische Forderungen und verkauft euch niemals unter Wert. Es ist meiner Meinung nach für die Zukunft Deutschlands wichtig, dass in Zeiten des grassierenden Nachwuchsmangels mehr weibliche Nachwuchskräfte ihre Potentiale in die Technikbranche einbringen.

Über Lisa Kagerbauer

– Ist fasziniert von Mathe als eine Art Universalsprache mit unbestechlicher Logik
– Half schon in der Kita ihrem großen Bruder in Mathe
– Studium „Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen“ am Karlsruher Institut für Technologie
– Seit 2019 Ingenieurin beim Pumpen- und Dosierspezialisten Lutz-Jesco aus Wertheim in Baden-Württemberg

Frauen in technischen Berufen immer noch unterrepräsentiert

Frauen sind in der technischen Forschung und Entwicklung immer noch unterrepräsentiert. Ihr Anteil betrug im Jahr 2023 laut Statistischem Bundesamt gerade einmal 18 Prozent. Es ist allerdings ein positiver Trend erkennbar. So lag der Frauenanteil zehn Jahre zuvor bei nur 11 Prozent.

Grund zur Hoffnung gibt auch der steigende Anteil der MINT-Studienanfängerinnen. Er lag laut Statistischem Bundesamt 2022 bei schon 35 Prozent. Doch von diesen Studienanfängerinnen scheint sich ein nur geringer Anteil für das Ingenieurwesen zu entscheiden. Am höchsten ist der Frauenanteil in Innenarchitektur (87 Prozent), am niedrigsten in Fahrzeugtechnik (8 Prozent).

Nutzen Sie Pressearbeit für Ihre Sichtbarkeit

Geschichten wie die von Lisa Kagerbauer zeigen: Es ist wichtig, Stereotype aufzubrechen und authentische Erfolgsgeschichten zu erzählen. Sie möchten Ihre Expertise, Ihr Unternehmen oder Ihre Mission in den Medien platzieren? Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Botschaft gezielt in die Öffentlichkeit zu bringen.

Lassen Sie uns gemeinsam Ihre Geschichte erzählen! Kontaktieren Sie mich für eine unverbindliche Beratung – ich freue mich auf den Austausch.

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