Diese Technik macht wieder Lust auf den Beruf des Fernfahrers

Dr. Maik Schürmeyer, Gründer des Start-up Mansio aus Aachen.

Neulich war ich nachts auf der Autobahn unterwegs. Während einer Kaffeepause an einer Raststätte kam ich an parkenden Lkw vorbei. In einigen Kabinen der Fahrzeuge brannte Licht. Bei diesem Anblick kam ich auf den Gedanken: Wie hart muss es für einen Fernfahrer sein, die Abende und Nächte auf einer Raststätte zu verbringen anstatt zuhause bei der Familie.

Gibt es keine Alternative zu diesem harten Nachtleben auf der Straße? Um eine Antwort zu finden, habe ich mich auf die Suche gemacht. Schließlich habe ich Mansio gefunden – ein Start-up aus Aachen, dass dafür sorgt, dass Fernfahrer abends wieder bei ihren Familien sind. Dieses Versprechen klingt wie Zauberei, ist aber einfach nur eine Frage der Logistik, wie ich in meinem Gespräch mit Gründer Dr. Maik Schürmeyer erfahren durfte.

Begegnungsverkehr: Speditionen nehmen sich die Hälfte der Strecke ab


Das Ziel lautet: Mehr Zeit zuhause verbringen. Deshalb heißt das Stichwort Begegnungsverkehr. Dieses Verkehrskonzept funktioniert wie folgt: Spedition A schickt einen Fahrer von Berlin nach München, Spedition B zeitgleich ein Fahrzeug in entgegengesetzte Richtung von München nach Berlin. Auf diesen Touren reißen die Fahrer jetzt nicht mehr die 600 km runter, sondern treffen sich bei 300 km. Dort tauschen sie ihre Auflieger aus und fahren zurück nach Hause. Der Vorteil dieser Aufteilung: Die Fahrer liegen nach einer langen Schicht wieder zuhause in ihren Betten.

Ohne Übernachtungen wird der Beruf des Fernfahrers für junge Menschen wieder attraktiver. „Speditionen sehen sich derzeit mit einem massiven Arbeitskräftemangel konfrontiert“, sagt Dr. Maik Schürmeyer , Gründer der Mansio GmbH. „Schon heute fehlen in Deutschland rund 80.000 Fahrer.“ Der Begegnungsverkehr könne hier die Karten neu mischen.

Doch ein flächendeckender Begegnungsverkehr ist ein langer Weg. Denn die Speditionsbranche ist fragmentiert. Sie besteht aus zahlreichen kleinen Mittelständlern mit begrenzten IT-Ressourcen. Wie sollen sich diese Betriebe im Alltag finden?

Online-Plattform von Mansio bringt Speditionen zusammen und ermöglicht Umstieg auf E-Lkw


Mansio hat eine Online-Plattform entwickelt, die kleine Speditionen zusammenbringt. Dafür müssen ihre Disponenten dem System lediglich die Erlaubnis erteilen, auf die Daten des Transport-Management-Systems (TMS) zuzugreifen – etwa auf die geplanten Fahrten der nächsten Tage. Sobald diese Daten vorliegen, sorgt ein Matching-Algorithmus dafür, dass die passenden Betriebe miteinander verknüpft werden – ähnlich wie beim Speed-Dating. Darüber hinaus ermittelt die Software auch den perfekten Ort für eine Übergabe.

Auflieger auf halber Strecke austauschen: Kleine Speditionen finden über die Online-Plattform von Mansio Partner für den Begegnungsverkehr.
Auflieger auf halber Strecke austauschen: Kleine Speditionen finden über die Online-Plattform von Mansio Partner für den Begegnungsverkehr.

Ein weiterer Vorteil: Für kleine Unternehmen der Speditionsbranche wird es leichter, auf elektrische Lkw umzusteigen und so die Vorgaben der EU zu erfüllen, die dazu verpflichten, die CO2-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren. Warum? Weil die Fahrzeuge dank des Begegnungsverkehrs abends wieder am Standort sind. Von dort können sie eine zweite Schicht antreten, was Übernachtungen bislang verhindern. Dadurch amortisiert sich die Investition in E-Lkw schneller, die etwa dreifach teurer als Diesel-Lkw sind.

Am Rande: Die Nachhaltigkeit im Verkehr unterstützt auch das Start-up Circunomics aus Mainz. Das junge Unternehmen hat einen Online-Marktplatz für die Kreislaufwirtschaft von gebrauchten Batterien aus E-Fahrzeugen entwickelt.

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